Dagur 13

Titelbild dieses Posts: Blick von Akureyri fjordauswärts


Zum Ende der zweiten Woche will ich etwas mehr über die bisher gesammelten Eindrücke in Akureyri und darüber, was ich hier grundsätzlich an der Universität, bzw. dem Isländischen Institut für Naturgeschichte so mache, schreiben. Auch werde ich hier ab sofort ein Bild zu Beginn des Posts einfügen, weil ich bisher noch nicht herausgefunden habe, wie ich sonst das im Blog angezeigte Vorschaubild beeinflussen kann.

Bis zuletzt hatte ich den Eindruck die Stadt bestünde aus mehr Touristen und Autos als Isländern selbst. Tatsächlich ist das nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Island mit seinen knapp 351.000 Einwohnern jährlich mehr als 1,5 mio. Touristen zu bewältigen hat - Tendenz: steigend. Das ist übrigens nicht schon immer so gewesen: 1990 etwa besuchten gerade mal weniger als 150.000 Touristen die vulkanische Insel (bei ca. 250.000 Einwohnern); die Bevölkerungszahl wurde erstmals im Jahr 2000 von der Zahl der Touristen überholt. 

Entwicklung des Tourismus in Island. 
Quelle: Von Borvan53, number of tourists from the Icelandic Tourist board data, population from Statistics Iceland - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=37883927

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Da die meisten Gäste jedoch den Sommer über Island besuchen, sinkt deren Zahl mit jedem verbleibenden Tag im August. 

Zwar ist es fast logisch, nicht aber selbstverständlich, dass man sich hier dann auch mit Englisch gut verständigen kann. Im Vergleich mit anderen Ländern aber eben auch wirklich problemlos. Ich hatte kein einziges mal Probleme wenn ich jemandem nach dem Weg zur Bibliothek oder auch spezielleres (wie stellt man am PCR-Gerät einen Temperaturgradienten ein?) gefragt habe; es sei denn das eigene Vokabular wird einem zum Flaschenhals.

Was mir besonders aufgefallen ist, ist wie stark hier Stadt und Natur miteinander verwachsen sind
. Es ist nicht: Hier Stadt - Da Natur, sondern vielmehr wurde die Stadt oftmals in die Natur integriert, oder umgekehrt. Verschiedenste Pilze, für die man bei uns extra in den Wald fährt um dann doch keine zu finden (es sei denn man weiß wo man suchen muss, oder man hat extremes Glück), wachsen hier mitten in der Stadt, an jedem Fleckchen Grün das sich ihnen bietet, von welchen es hier viele gibt. Wasserläufe wie der untere fließen unter Hauptstraßen hindurch. Nicht zuletzt hat Akureyri auch einen botanischen Garten, was für noch mehr Grünfläche mitten im Ort sorgt. So etwas, was man bei uns bereits als "unberührte Natur" bezeichnen würde findet man hier bereits am Übergang zum Ortsrand.

Unweit der Stadtmitte (man beachte das Zebrastreifenschild o.r. im Bild)

Eindrücke aus dem botanischen Garten (1)

(2)

(3)



Das Erscheinungsbild der Häuser ist ebenfalls sehr interessant. Es finden sich wirklich alte typisch farbig angestrichene Holzhäuser, neue Nachbauten solcher und dann wieder modernste nordische Architektur mit wenigen, aber sehr Großen Fenstern (das ein oder andere hat mir so gut gefallen, dass ich mich bereits gefragt habe wie viel es wohl kosten würde ein solches hier zu bauen und wie man die isländische Staatsbürgerschaft erhält^^). Es wird viel gebaut für einen so kleinen Ort. Oft stehen auch die heruntergekommensten Häuser neben frisch gefertigten kleinen Villen, oder bereits von Pflanzen bewucherte Traktoren neben neusten Limousinen. Aber natürlich gibt es tendenziell Viertel, in denen mehr neue, mehr alte, mehr heruntergekommene, oder mehr teuer anmutende Häuser jeweils stehen.

Steht da wohl schon ne Weile 
-  neben einem neuen Volvo S60 gesehen.


Nun zu meiner Arbeit: Da ich noch eine ganze Weile hier sein werde und ich gerade am Anfang eines Projekts stehe werde ich inhaltlich doch erst im nächsten Eintrag näher darauf eingehen.
Grundsätzlich: Ich bin derzeit am o.g. Institut für Naturgeschichte und teste im Rahmen eines Projektes, in dem es sowohl um die Bestimmung der genauen Spezies, als auch Unterscheidung zwischen Individuen einer Spezies von Seewölfen (Anarhichadidae) geht, verschiedene Primer für die PCR.

Die Kolleginnen und Kollegen sind alle äußerst freundlich (eigentlich wie alle Isländer die ich bisher getroffen habe), und mir wurde freier Zugang zum Abteilungsinternen Kaffeevollautomaten gegeben - der Kaffee schmeckt ausgezeichnet, was schonmal eine Grundlage für eine gute Arbeit ist.

Mein derzeitiger Ausblick bei der Arbeit


Da ich auf dem Weg zur Uni - und eigentlich egal wohin ich muss - stets bergauffahren muss, hat mir mein derzeitiger Betreuer im Institut sein altes Mountainbike für die Dauer meines Aufenthalts hier geliehen. Ein deutliches Upgrade gegenüber dem Citybike.

Ansonsten habe ich zwischenzeitlich deutlich öfter Handschuhe und (hauptsächlich wegen der Arbeit im Labor) lange Hosen unter der Woche an, was Anlass für den Einkauf eines Pullis, eines Sport-longsleeves und eines Regenmantels war, um mich für den kommenden Übergang zum Winter zu rüsten.


Vielleicht nicht winter-, aber allemal wasserfest


Soweit so gut - That's all (for now) folks!


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