Dagur 29

Drekagil - zu Deutsch Drachenschlucht. Die Brocken vulkanischer Asche erinnern an poröse Knochenbruchstücke.


Letzte Woche verbrachte ich einen Großteil darauf mich über negative Ergebnisse im Labor aufzuregen, und meinen Fuß fit fürs Wochenende zu bekommen, da wir zu zwölft ins Hochland gefahren sind und ein verstauchter Fuß eher hinderlich gewesen wäre.

Die meisten Nachmittage habe ich mit längeren Spaziergängen verbracht, Montags ging es dabei wieder Richtung Hafen, wo wir am Wochenende zuvor Fischen waren und wir haben eine knallblaue Qualle entdeckt:

Leider gingen wir diesmal leer aus. Schön wars trotzdem.

Die tiefstehende Sonne und das ruhige Wasser zaubern wunderbare Reflexionen.

Die Qualle war etwas zu weit weg um sie gebührend ablichten zu können. 
Farbe und Form sind dennoch gut erkennbar.


Mich persönlich hat das dann hieran erinnert:

Folge "Jellyfish Hunter" irgendwo in Staffel Zwei zu finden.


Auch der botanische Garten zeigt sich derzeit im Wandel und es wird herbstlicher. Ein paar letzte blühende Pflanzen gibt es dennoch zu entdecken:

Hab vergessen den Namen dieser Pflanze zu notieren.
Hobbybotaniker vor.


Mein momentan mich betreuender Prof. will mir für das nächste Mal Fischen dankbarerweise seine Angel zur Verfügung stellen. Mit drei statt zweien Angeln sollten wir deutlich höhere Chancen haben etwas an Land zu ziehen - den richtigen Ort vorausgesetzt.

Da wir zwar viele Deutsche sind, aber dennoch meistens in gemischten Gruppen unterwegs sind, wird weiterhin auch jenseits des Labors Englisch gesprochen. Witzigerweise rutscht mir aber im Englischen oftmals, vor allem in Momenten der Verwunderung, etwas wie "Echt (jetzt)?" heraus. 
Umgekehrt ertappe ich mich dabei, wie ich deutsche Sätze in englischem Satzbau beginnen möchte oder eigentlich eher englische Redewendungen hineinbastle.

Mittwochs und Freitags durfte ich in der Küche zweier Kommilitoninnen endlich mal wieder etwas kochen. Mittwochs gab es Thunfischpizza (finally Pizza!), von der wir alle auch noch am nächsten Tag etwas hatten. Freitags haben wir dann einen Zitronen-Joghurt-Kuchen gebacken (einfach einen Teig für Magdalenas etwas abgewandelt), den wir dann auf zwei mal backen mussten (haben vorsichtshalber die doppelte Menge gebacken). Praktischerweise hatten wir so etwas für eine Feier am Freitagabend UND für den Trip ins Hochland.


Freitagabend waren wir also auf einer kleinen Geburtstagsfeier eingeladen. Zuvor musste ich allerdings noch das gebuchte Auto fürs Hochland abholen:

Platz für sieben: Landrover Discovery

Es war nur noch ein Automatik-Fahrzeug zu haben. 
Im Hochland war ich jedoch froh drum.


Die ersten zehn Minuten habe ich vergeblich nach einen Platz für die Schlüsselkarte des Autos zu finden. Letztendlich ließ es sich einfach starten, sobald der Schlüssel im Auto war.
Auch musste ich feststellen, dass "R" nicht für "ride" steht, und das nachdem ich bereits einige Meter mit "D" am "driven" war. Sobald man das verinnerlicht hat ist's nicht mehr schwierig ^^

Nach der Feier gings dann rasch heim, denn ich musste noch meinen Rucksack für den Trip packen.

Als das erledigt war gings auch schon ins Bett, dreieinhalb Stunden mussten reichen, denn der Wecker ging bereits um 04:08, da wir um viertel vor fünf los wollten.

Der Trip insgesamt war - trotz des nasskalten Wetters, und ich sag das selten: atemberaubend.
Nirgendwo anders hatte ich bisher das Gefühl die Erde wie sie wohl vor Milliarden Jahren ausgesehen hat - quasi das "making of" - live sehen zu können. Oder wie es wohl ist auf einem anderen Planeten zu landen (nicht umsonst wurde Interstellar z.T. in Island gedreht). Karge Lavafelslandschaften, bis hin zu Wüsten aus schwarzem Sand ebenfalls vulkanischen Ursprungs, in der sich die Farben Schwarz, Grau, Beige, Rot je nach dem welches vulkanische Gestein vorherrscht, abwechseln. Immer wieder finden sich dann doch Spuren des Lebens; besonders gefallen haben mir 
beispielsweise die schwarzen Sanddünen mit strohgelben, langen Grashalmen, die aus ihnen herausragen.

Auch sehr beeindruckend war der Anblick der Kverkvjöll mit einem massiven Eisschild des Vatnajökull Gletschers im Hintergrund, der mit dem Horizont zu verschmelzen scheint.

Hier einige Fotos des Hochlandtrips:


Blick auf die Kverkvjöll Gebirgskette 
(man muss aufgrund des weiten Winkels etwas hineinzoomen)

Die Oase Herðubreiðarlindir inmitten der sonst
kargen Landschaft

Bei Askja gibt es einen kleinen See (Viti) der auch bei sichtlich
widrigem Wetter mit bis zu 28°C zum Baden einlädt
 - gesunde Füße vorausgesetzt (wegen des steilen und rutschigen Abstiegs)



Heimgekommen sind wir dann gegen halb 12 Nachts, weshalb ich auch ziemlich schnell eingeschlafen bin. Der Sonntag verlief dann nach dem Ausschlafen eher entspannt, und was diese Woche so bringt wird natürlich das nächste Mal brav berichtet :)

Unser 12-köpfiger Expeditionstrupp



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