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| Blick auf den Sulúr, links im Bild ist die Universität zu sehen |
Woche Drei begann noch so gut: Ein paar schöne Fotos bei Sonnenschein, etwas laufen gehen, und mit dem Mountainbike die Gegend weiter erkunden. Dienstags jedoch unterhielt ich mich mit ein paar Kollegen über die Flora Islands und fragte ob jemand wisse, ob es sich bei der Pflanze, die auf meinem Heimweg entlang des botanischen Garten wächst, tatsächlich um Süßdolde handle. Ja sagte man mir, das müsse Süßdolde sein und man könne sie leicht am Anisduft/Geschmack erkennen.
Also die Gelegenheit genutzt um zur Abwechslung mal günstig an Nahrung zu kommen. Einen Zweig der Pflanze abgebrochen, daran gerochen, darauf gekaut: Ja, Anis, eindeutig. Also muss es Süßdolde sein. Ich begann also damit auch die Wurzel auszugraben (man kann so ziemlich alle Teile der Pflanze verwenden, ähnlich wie beim Fenchel).
Ich grub mich mit dem Taschenmesser durch die lockere Erde und zog am Strunk der Pflanze - bis mein linker Fuß mir den Halt verwehrte. Man muss dazu sagen, dass ich etwa 40 cm Platz hatte für diese Ernteaktion und der Grund leicht abschüssig war. Nach besagten 40 cm kam dann erst mal 2 m lang (oder besser tief) gar nichts. Und nach einem kurzen Rutschen fiel ich den Rest, bis mich der Waldboden wieder hatte. Den Sturz fing ich etwas ungünstig mit dem linken Fuß ab, sodass ich erst mal vor Schmerzen nicht mehr aufstehen konnte, bzw. ich konnte schon, aber nachdem mir jedes Mal schwarz vor Augen wurde als ich aufstand, hielt ich es doch für besser eine Weile einfach nur da zu sitzen bis sich mein Kreislauf wieder eingekriegt hatte.
Gesagt getan, heimgehumpelt, Versicherungskärtchen und Ausweis geholt, zum Krankenhaus gehumpelt, nachdem es Abend musste ich also zur Notaufnahme. Dort habe ich dann drei Stunden des Abends damit verbracht auf einen Doc zu warten der mir eine Stützsocke, ein paar Schmerzmittel und einen Termin für morgen gab, da nach der Warterei keiner in der Radiologie mehr zur Verfügung stand.
Also wieder heimgehumpelt. Diesmal aber im Regen und rund 15.000 ISK ärmer.
Tags darauf geröntgt: Nur Verstaucht und Muskeln wie Sehnen Überdehnt. Bis ich wieder ohne Humpeln laufen kann Dauere es ein bis zwei Wochen und Sport könne ich in ein paar Monaten wie gewohnt machen.
Erleichterung, da ich die Zeit noch nutzen möchte Island bei Tag zu entdecken.
Diesem Umstand ist es auch geschuldet, dass ich diese Woche nicht mehr allzuviel berichten kann, da ich dann doch etwas mehr Zeit liegend verbracht habe.
Eine Ausnahme stellt die Einführungsveranstaltung der Uni für alle ankommenden Studenten aus dem Ausland dar, das war gestern und es war ein echt cooler Tag - nicht ausschließlich des Freibieres wegen möchte ich betonen.
Man hatte erst eine Infoveranstaltung, dann wurde die Íslandsklukkan nach einer kleinen Rede zum Semesterbeginn (in isländisch, da wir nun auch mit den isländischen Studenten zusammengewürfelt wurden) 18 mal geläutet - ein mal für jedes Jahr nach der Eröffnung im Jahr 2000. Auf Nachfrage übrigens erhielt ich die Antwort man werde dies so weiterführen, auch im Jahre 2099, etc.. Dafür kann man schonmal mit dem Training beginnen, denn die Glocke ist nicht gerade klein.
Danach fand eine Art Schnitzeljagd statt, auf der man verschiedene Aufgaben erledigen musste; die Teams waren ebenfalls wieder gemischt, wobei man dennoch mindestens eine andere Person im Team hatte die Deutsch sprach, da etwa 60 % (!) der Incoming students aus Deutschland kamen.
Im Zuge dessen ließen sich zwei Leute sogar ein Piercing und ein Tattoo stechen - bitter: man hat dabei nichts gewonnen, aber andererseits ist das ja auch ne witzige Story die man dann zu dem Dauer-Andenken erzählen kann.
Schließlich gab es ein Grillfest mit Bier, also richtiges echtes Bier mit 5% Vol. Alk., und Hotdogs, welche hier sehr beliebt sind. Ebenfalls am Start war das bei uns z.T. als Wikingerschach bekannte Spiel, bei dem man mit hölzernen Stäben die Figuren des Gegners und letztlich den König in der Mitte umwerfen muss.
Abends fand dann im Stadtinnern noch eine semester-Opening Party statt.
An diesem Tag habe ich einige Kontakte knüpfen können, und bereits Pläne mit anderen geschmiedet Fischen zu gehen und das Hochland mit einem gemeinsam gemieteten Auto weiter zu erkunden. Ich hoffe bis dahin wieder halbwegs unauffällig laufen zu können - und auch wieder etwas mehr zu schreiben zu haben.
Da die Arbeit (Labor-stuff) für die meisten weniger interessant ist, belass ich's hierbei.
Diejenigen, die es dann doch näher interessiert können sich aber gerne direkt bei mir melden, ansonsten hab ich ja noch nen Bericht für die Uni zu schreiben, in welchem ich mich eher damit beschäftige :)


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